Nicht alles, was "Gold" heißt, ist auch Gold.
Das trifft nicht nur auf den Weinbrand "Goldkrone" oder Brot der Marke "Goldähre" zu.
So sind im "Legierungshandbuch der Nichteisenmetalle" (BRUNHUBER: Legierungshandbuch, 1960) folgende Namen aufgelistet: Goldimitation, Purpurrot Blattgold, Orangerot Blattgold,

Rotgold Blattgold, Hellgelb Blattgold, Hartgold Blattgold, Blassgold Blattgold, Talmigold, Montanagold, Goldtombak, Wiegold, Gold Leaf, Goldschaummetall, Goldinmetall, Dixigold. Fast alle dieser zum Teil patentrechtlich im In- oder Ausland geschützten Legierungen sind Messing, also Kupfer-Zink-Mischungen, zum Teil mit geringen Zusätzen an Blei, Zinn, Aluminium, Eisen oder Nickel. Nur das Dixigold ist eine Kupfer (90%)- Aluminium (10%)-Mischung.

Manchmal ist aber auch Gold drin.
Zum Beispiel besteht "Blaugold" aus 78,5% Gold und dem Rest Aluminium. Es ist intensiv violett gefärbt und sehr spröde. Unter "Weißgold" werden Legierungen mit bis über 10% Nickel oder auch Palladium verstanden. "Goldlot" hat durch Zusatz von Zink und Cadmium eine deutlich herabgesetzte Schmelztemperatur und eignet sich daher zum Löten von Gold (DEGUSSA: Edelmetall-Taschenbuch, 1995).

Auch auf die goldige Farbe von Gold ist nicht immer Verlass, denn je nach den beigemengten Anteilen gibt es einige Unterschiede. Am intensivsten gelb ist ein Gold mit 8% Silberanteil (DEGUSSA, 1995). Durch Legierungen festgelegte Gold-Farben sind:

gelbgrün (585 Gold, 340 Silber, 75 Kupfer)

blassgelb (585 Gold, 260 Silber, 155 Kupfer)

hellgelb (750 Gold, 160 Silber, 90 Kupfer)

gelb (750 Gold, 125 Silber, 125 Kupfer)

rose (750 Gold, 90 Silber, 160 Kupfer)

rot (750 Gold, 45 Silber, 205 Kupfer)

weiß (590 Gold, 240 Kupfer, 100 Nickel, 70 Zink).

Interessant sind die staatlich vorgegebenen Mindest-Goldgehalte (in Promille) im Goldschmuck in den verschiedenen Ländern:

800 Portugal

750 Frankreich

585 Belgien, Finnland, Niederlande, Norwegen, Österreich, Schweden, Schweiz, Spanien, Türkei.

Demzufolge sind Goldschmuckstücke der minimalen Gehaltsstufe in den folgenden Ländern eigentlich keine, da sie nicht einmal zur Hälfte aus Gold bestehen müssen:

375 Großbritannien, Irland

333 Deutschland, Dänemark, Griechenland, Italien.

Aber wir können uns trösten: in der Kalbsleberwurst ist manchmal gar keine Kalbsleber.

Sicher kann man aber bei Blattgold im "Danziger Goldwasser" sein, da dieses sich nur aus Feingold mit 99,99% Reinheit herstellen lässt.
Das Blattgold mit einer Blattstärke von 0,0001 mm (also 10 000 Blatt übereinander ergeben erst einen Millimeter !) ist auch heute in der Endphase nur manuell herstellbar. Zuerst werden 500 durch Pergamentzwischenlagen getrennte quadratische Goldbleche von 2,5 cm Kantenlänge und 0,02 mm Dicke durch Federhämmer auf 15 cm Kantenlänge gehämmert. Diese Blätter werden anschließend in Stößen mit etwa 1000 Folien und Zwischenlagen aus einem speziellen Goldschlägerleder (Oberhaut des Rinderblinddarms) von Hand mit verschiedenen Hämmern zur gewünschten Dicke (besser "Dünne") geschlagen.

Das Blattgold dürfte allerdings für uns als Wäscher uninteressant sein, da es sicher beim Waschen fortschwimmt.